// Nachgespräche

Nach manchem Gespräch mit einem Menschen hat man das Verlangen, einen Hund zu streicheln, einem Affen zuzunicken und vor einem Elefanten den Hut zu ziehen.
– Maxim Gorki

Ein Schwerpunkt des State 9 ist das gemeinsame Gespräch über die gezeigten Produktionen. Dazu wurden im Vorhinein offene Formate entwickelt, die Künstler*innen, Zuschauende und Dozierende miteinander ins Gespräch bringen wollen. Sie laden ein zum gemeinsamen Austausch von Eindrücken, sowie zu Feedback und Kritik. Gleichzeitig verstehen sie sich als eigene ästhetische Praxis der Gesprächsanregung. Wir freuen uns mit euch zu quatschen.

Joelle Burrichter, Luisa Marschewski, Thomas Schmale, Saskia Scheffel, Antonia Rehfueß

Vier unserer Formate:

Mix ’n Match
Anonyme Gesprächspartner*innenvermittlung! Jeder Kontakt ein TOP-Kontakt, handverlesen & persönlich! Als exklusive Gesprächspartner*innenvermittlung fühlen wir uns zu höchster Diskretion gegenüber unserer (oftmals) prominenten Klientel verpflichtet. Euer Glück ist unser Erfolg! Denn das State ist viel zu schön, um es alleine zu verbringen.

Pressekonferenz
Freitagabend lädt das Gesprächsdepartment zu einer Pressekonferenz im Anschluss an die Vorstellung ein, also zückt schon mal Notizstift und -zettel und werdet all eure Eindrücke und Fragen los. Oder bekommt selbst welche gestellt. Oder beantwortet eure eigenen Fragen für jemand anderen? Wir werden sehen. „Seien Sie nicht enttäsucht, wenn die Presse ihrer Einladung nicht folgt. Dies ist absolut nicht ungewöhnlich und bedeutet nicht, dass sie etwas falsch gemacht haben.“

Speeddating
Manchmal ist die Zeit knapp und man muss nach dem Weg fragen. Manchmal braucht man Zeit um Dinge zu hinterfragen. Manchmal fragt man sich was Zeit eigentlich ist. Wir geben euch Fragen und wir geben euch Zeit. Zeit für eure Fragen. Doch diese Zeit ist begrenzt also verliert sie nicht.

Katerfrühstück
Was hilft am besten gegen Kater? Saure Gurke? Weniger Trinken? Kaffee mit Zitrone? Rührei? Die Vorschläge im Netz sind sehr vielfältig. Wir setzen auf gute Gespräche und laden zum Selbstversuch.



Vermittlungsformate sind eine Chance, um die Beziehung zum Publikum zu verfeinern, vertiefen und weiterzudenken. Die vielfältige und experimentfreudige freie Szene braucht angemessene Vermittlungsformate. Diese stellen neue Verbindungen zum Publikum dar und es werden neue Begegnungsräume geschaffen.
– PAP Berlin

Im kommenden Jahr veröffentlicht das Performing Arts Programm Berlin das Handbuch Neue Vermittlungsformate für die Freie Szene (AT). Vier der darin enthaltenen Formate sind mit Beteiligung von Hildesheimer*innen entstanden und werden auf dem State 9 durchgeführt:

Das unbeschriebene Blatt
von Anna-Sophia Fritsche, David Vogel, Jonas Feller & Stephan Mahn

Wenn die Erfahrung eines Theaterbesuchs zu Deinem persönlichen Kunstwerk werden würde, wie sähe es für dich aus? Alle Zuschauenden sind eingeladen, mit einfachsten Mitteln (Papier) ihr eigenes Kunstwerk zu erschaffen und mit den anderen Zuschauenden darüber ins Gespräch zu kommen.

Kartographie
von Anna-Sophia Fritsche, Jonas Feller & Stephan Mahn (Geheime Dramaturgische Gesellschaft)

Die Zuschauenden haben nach der Aufführung die Möglichkeit, den Bühnenraum zu erkunden und diesen mit ihren auf Klebezetteln notierten Gedanken, Erinnerungen und Fragen zu vermessen. Es entsteht eine gemeinsame Kartographie der individuellen Aufführungserlebnisse.

Sag mir, wo du stehst?!
von Carolin Kister und Kai Padberg

Angelehnt an die Fernsehsendung 1, 2 oder 3 werden Fragen an die Zuschauer*innen gestellt. Als Antwort positionieren sie sich in einem von drei Meinungsfeldern. Ziel ist ein angeregtes Gespräch darüber, wer wo steht und warum.

Wer hat Angst vorm Publikum? Eine Soziale Choreographie
von Nick-Julian Lehmann

Wer ist überhaupt das Publikum? Das Format bezieht sich auf die Strategien und Methoden der Sozialen Choreographie, die Bojana Cvéjic, Christine de Smedt und Ana Vujanovic im Rahmen ihrer Performance Spatial Confession (on the question of instituting the public) entwickelt haben. Darin werden die Zuschauer*innen mittels eines choreographischen Skripts in die Lage versetzt, persönliche und politische Fragen in choreographische Bewegungsfolgen zu übersetzen.

State9