// Zensur

Im Angesicht der Gewalt verliert Sprache ihre Macht.
Die Subversion dieser Gewalt durch Unverständlichkeit, durch Unkenntlichmachen des Geschriebenen, Gesagten untersucht ZENSUR.

Doch was passiert, wenn die Gewalt durch die Macht des Logos selbst, durch die gesetzgebende Gewalt ausgeübt wird? Der Staatsapparat hat das letzte Wort und das Recht, es auszuführen.
ZENSUR. kratzt an diesem Diktum. Wer hat das Recht zu Sprechen und das Recht, Recht zu Sprechen? Den jetzigen Verteilungen von Macht und Besitz geht immer zuvor deren Nahme voraus – ist es nicht gerecht, wenn man sich zurücknimmt, was einem genommen wurde? Ist das nicht ein Recht auf Widerstand?

In der Auseinandersetzung mit der Theorie der Landnahme von Carl Schmitt und der Deleuze’schen Antwort darauf beschwört und befragt ZENSUR. die Geister von Klaus Störtebeker, Hans Kohlhase, Thomas Müntzer, Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg.

ZENSUR. ermächtigt sich der Geschichte. ZENSUR. bemächtigt sich des gegebenen Raumes. ZENSUR. territorialisiert. ZENSUR. besetzt. ZENSUR. ist Nomos. ZENSUR. ist eigene Gesetzgeberin eines Dekalogs der Gewalt.

Wann & Wo:
Do. // 17:30 – 18:30 // Alte Mediothek
Do. // 20:00 – 21:00 // Alte Mediothek
+ Nachgespräch Wer hat Angst vorm Publikum? von Nick Julian Lehmann
Fr. // 17:45 – 18:45 // Alte Mediothek
+ Nachgespräch Sag mir, wo du stehst von Carolin Kister und Kai Padberg

Von und mit:
Daphne Weber: Konzept | Text | Sound | Performance
Philipp Mohr: Lichtdesign | Video | technische Realisierung

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